Jüdinnen*Juden in Gera – Lesung mit Mirna Funk und Ronya Othmann
Am Mittwoch, den 13. Oktober, 19 Uhr ist die Berliner Schriftstellerin Mirna Funk zu Gast am Kulturhaus Häselburg Gera. Sie liest aus ihrem neusten Roman „Zwischen Du und Ich“ (dtv, 2021) und diskutiert mit der Leipziger Autorin Ronya Othmann. Es geht um die Frage, was es heißt deutsche Jüdin zu sein, was Israel für Juden in Deutschland bedeutet und wie wir mit Gewalterfahrungen in der eigenen Familien- und Lebensgeschichte umgehen.
In Mirna Funks Roman geht es um die junge Jüdin Nike. Seit vor acht Jahren ihre Beziehung gescheitert ist, fühlt sie sich nicht gut in Berlin. Da kommt ihr ein Jobangebot in Tel Aviv gerade Recht. Was zunächst wie eine Flucht vor sich selbst aussieht, wird schnell zu einer existenziellen Erfahrung. Und dann lernt sie auch noch Noam kennen, der sich als freier Mitarbeiter einer Zeitung durchschlägt, mit seinem Onkel ein winziges Zimmer teilt und nach einem Neuanfang träumt. Beide sind gebrochen, traumatisiert, haben sexuelle Gewalt erfahren und es wird bald klar, dass ihre Liebe nicht einfach wird.
Mirna Funk ist 1981 in Ost-Berlin geboren und lebt zwischen Berlin und Tel Aviv. Sie studierte Philosophie an der Humboldt Universität und arbeitet als Journalistin und Autorin. 2015 erschien ihr Roman Winternähe im S. Fischer-Verlag. Darin geht es noch mehr um ihre Kindheit als Jüdin in der DDR und den deutschen Blick auf Israel. Seit 2018 erscheint monatlich ihre Kolumne „Jüdisch heute“ in der deutschen Vogue, daneben hat sie auch eine Kolumne über Sex in der Cosmopolitan und schreibt in der Zeit und der Süddeutschen Zeitung. Außerdem hat sie fast 24.000 Abonnenten auf Instagram, wo sie sich zum Beispiel mit Erotik im Judentum beschäftigt oder fragt: „Are you a voyeur of Jewish life?“
Ronya Othmann wurde 1993 in München geboren und lebt heute in Leipzig. Sie hat am Deutschen Literaturinstitut Leipzig studiert und mit ihrem Roman „Die Sommer“ (Hanser, 2019) einen autobiografischen Roman über ihre Kindheit zwischen Deutschland und Syrisch-Kurdistan geschrieben. 2019 erhielt sie den Publikumspreis beim Wettbewerb um den 43. Ingeborg-Bachmann-Preis, dem wichtigsten Preis für deutschsprachige Kurzprosa.
Die Lesung findet im Rahmen der Reihen „Jüdinnen*Juden in Gera“ und „Gesprächskultur“ am Kulturhaus Häselburg Gera statt.
Die Veranstaltung ist dank einer Förderung des Deutschen Literaturfonds / Neustart Kultur möglich.
Für die Teilnahme an der Veranstaltung bitten wir um Anmeldung per Mail unter contact@haeselburg.org oder telefonisch +4936 5 55246844.
Der Eintritt beträgt 5 €.
Freier Eintritt für Schüler*innen, Studierende, Geflüchtete, ALG-Empfänger*innen und Menschen mit geringem Einkommen.
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