Egmont Elschner,
Jiddisch - Eine Sprache des Herzens

18. August 2021, 19 Uhr
Kulturhaus Häselburg Gera 
(Burgstraße 12)

Eine Einführung in die fast vergessene Sprache

Wörter wie schäkern, schummeln, zocken oder Schmiere stehen begegnen uns im Alltag häufig, ohne dass wir sie direkt mit dem Jiddischen in Verbindung bringen. Einst die Sprache der jüdischen Bevölkerung ist diese spätestens nach den Verbrechen der Nationalsozialisten während des Holocausts nahezu verschwunden. Trotz seiner heute weltweiten Verbreitung bleibt das Jiddische eine Sprache ohne festen Sprachraum. Beschäftigung mit dem Jiddischen bedeutet, Wurzeln zu suchen oder eine Art Lebensgefühl zu erkunden.

Egmont Elschner, Theaterregisseur aus Chemnitz, wird am 18. August 2021 um 19 Uhr in der Neuen Galerie für Zeitgenössische Kunst (Burgstraße 12, 07545 Gera) eine Einführung in die nahezu vergessene Sprache geben. 

Es geht um das Jiddische, das seine literarische Blüte mit Ende des 18. Jahrhunderts mit Lejb Peretz, Moicher-Sforim, dem Buchhändler, und Scholem Aleichem erlebte. Es geht um Zores (Sorgen), Libbe, valust und vagnign und wie darüber gesprochen wurde, denn, so Egmont Elschner, „gerett (geredt) wird immer.“ Selbst beim Schiffsbruch heißt es „da ham wa gerett und gerett und da warn wa gerett“.

Und, darauf weist Egmont Elschner hin, viel Jiddisches ist Alltagsdeutsch. Der Segensspruch „Hals und Beinbruch“ oder „einen guten Rutsch“. Mancher spricht von seiner „Mischpoche“ und sagt „nebbich“. Und dieses Wort, so Egmont Elschner, ist wie kein Zweites Symbol der verlorenen Welt geworden. Mendele Moicher Sforim schreibt: „Und der Wald träumt eben von den Bäumen, die man – nebbech – vor der Zeit gefällt hat.“

Elschner selbst engagiert sich seit einiger Zeit in der jüdischen Gemeinde und für die Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz. 1947 in Jena geboren, lebte er in Göttingen, Berlin, Lübeck und Bonn und studierte Jura und Theaterwissenschaften. Er war Referent im Allgemeinen Studentenausschuss und wirkte die meiste Zeit seines Lebens in der Regie und als Intendant in verschiedenen Theatern Deutschlands.

18. August 2021, 19 Uhr

Neue Galerie für Zeitgenössische Kunst

Burgstraße 12, 07545 Gera


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