Sabine Scholl, "O."

Montag, 26.10.2020, 19 Uhr
Altes Wannenbad, Häselburg Gera
(Florian-Geyer-Straße 17)

Aufgrund der Corona-Pandemie wird die Lesung vorher aufgezeichnet.
Die Veranstaltung wird als Filmpräsentation mit anschließendem Gespräch mit der Autorin per Liveschaltung durchgeführt.

Foto: Mathias Bothor

Sabine Scholl studierte Germanistik, Geschichte, Theaterwissenschaften, lebte und lehrte in Portugal, den USA, Japan, Wien und Berlin. Das Interesse der Autorin gilt transnationalen Subjekten und Geschlechterverhältnissen sowie der Wahrnehmung des Fremden. Ihre Essays erscheinen auf ZeitOnline und im „Standard“. Sie ist Mitglied in Jurys, schreibt Rezensionen, fördert, lehrt Literarisches Schreiben. Zuletzt publizierte sie den Essayband „Erfundene Heimaten“ 2019 im Sonderzahl-Verlag sowie den Roman „O.“, eine weibliche Version der Odyssee 2020, im Secession-Verlag, Zürich.

In ihrem im März 2020 erschienenen Roman "O." greift Sabine Scholl auf Homers Odyssee zurück und liefert eine neue Version des alten Epos aus moderner weiblicher Sicht.

Die Heldin des Romans, kurz O. genannt, ist Musikerin und Komponistin; gemeinsam mit ihren Gefährtinnen, einem Chor geflüchteter Frauen, bereist sie die Weltmeere.

In unterschiedliche Gegenden verschlagen, treffen sie auf Bruchstücke und Metamorphosen des homerischen Epos, der griechischen Mythologie und der Realität der gegenwärtigen Welt – immer auf der Suche nach einem Ziel, einem Hafen, einer Hoffnung auf ein anderes, ein gutes Leben.

Wo Einwanderungs- und Migrationsgegner eine Apokalypse sehen wollen, nimmt Sabine Scholl den Beginn von etwas Neuem wahr. Ihre Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Migration greift die gegebenen Realitäten auf und verbindet die Schicksale moderner Frauengestalten mit den Elementen einer jahrtausendealten europäischen Tradition.

Eine utopische Imagination entsteht, die sich dem Leser als anthropologisches Maß unserer Tage erweist.

Foto: Mathias Bothor